Keller fordert weitere 16 Millionen für die Aufarbeitung der Waldschäden Landtag debattiert über Zuschüsse für Thüringenforst

113/2019
Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Der Landtag hat heute über die Änderung des Errichtungsgesetzes debattiert. Im Gesetzentwurf ist eine zweckgebundene Finanzzuführung von jährlich 4 Millionen Euro für ThüringenForst für die nächsten 4 Jahre vorgesehen.

Der Landtag hat heute über die Änderung des Errichtungsgesetzes debattiert. Im Gesetzentwurf ist eine zweckgebundene Finanzzuführung von jährlich 4 Millionen Euro für ThüringenForst für die nächsten 4 Jahre vorgesehen. Die Mittel benötigt ThüringenForst für hoheitliche Aufgaben im Privat- und Kommunalwald, die mit der Bewältigung der Waldschäden entstehen. „Als Forstministerin bitte ich Sie, mit demselben Herzblut, mit dem Förster und Waldbesitzer um ihren Wald kämpfen, sich mit Ihrer Zustimmung zum Änderungsentwurf des Errichtungsgesetzes zu bekennen“, appellierte Forstministerin Keller an die Abgeordneten im Landtag.

„Die Sanierung und der klimagerechte Waldumbau der betroffenen Waldbestände sind dauerhaft abzusichern. Hierfür ist das neue Errichtungsgesetz ein erster Schritt für den Privat- und Kommunalwald“, sagte Keller. Außerdem forderte die Ministerin die Zustimmung zur Kreditaufnahme ein. „Die wäre ein wichtiger erster Schritt auch für die Thüringen Forst-AöR und für unseren Staatswald“, so Keller.
„Der Wald erlebt derzeit auf dramatische Art und Weise die Folgen des Klimawandels, der sich nicht irgendwo, sondern ganz konkret vor unserer Haustür abspielt. Unsere Bäume kämpfen mit andauernder Dürre und den zu hohen Temperaturen. Dies mindert die Widerstandsfähigkeit unserer Wälder. Konkret sind aktuell die Fichte vom Borkenkäfer, das Laubholz vom Schwammspinner und die Buche von Trockenheitsausfällen betroffen“, sagte Forstministerin Birgit Keller im Landtag.

Im Jahr 2018 sind eigentumsübergreifend bereits 800.000 Festmeter wertgemindertes Käferholz angefallen. Über alle Waldeigentumsarten hinweg ist von weiteren 2,5 bis 3 Mio. Festmetern Käferholz bis zum Jahresende 2019 auszugehen. Hinzu kommen bisher in dieser Form nie beobachtete, flächige und rasant verlaufende Trockenheitsausfälle bei der Buche. Das hat bislang zu 440.000 Festmetern Schadholz im Gesamtwald Thüringens geführt.

„Die Wälder und die Forstwirtschaft in Thüringen befinden sich in einer sehr kritischen Lage. Es gibt nicht wenige, die sagen, wir stehen am Beginn der größten Katastrophe in unseren Wäldern seit Menschengedenken. Und sie haben Recht. Der Klimawandel sorgt dafür, dass wir in wenigen Jahren unsere Wälder nicht wiedererkennen. Abgestorbene Bäume, weite kahle Flächen werden das Bild bestimmen“, sagte Keller.
„In dieser Katastrophe liegt eine Herausforderung, die wir meistern können. Waldumbau, heißt die Aufgabe, die in den kommenden Jahren vor uns steht. Und diese Aufgabe werden wir uns mit all unserer Kraft, mit Millionen von Euro Förder- und Investitionsmitteln und dem Einsatz von vielen tausend haupt- und ehrenamtlich Tätigen stellen. Und wir werden sie bewältigen“, sagte Keller.
Wenn der Gesetzentwurf vom Landtag am kommenden Freitag so verabschiedet wird, ständen mit den schon bewilligten zusätzlichen Mitteln für das Landesprogramm zur Beseitigung der Schäden bis 2022 insgesamt 32 Millionen Euro zur Verfügung.

Diese Mittel setzen sich zusammen aus 4,5 Millionen Euro Fördermitteln für Kommunal- und Privatwaldbesitzer, die schon seit Jahresbeginn bereitstanden. Diese Mittel, die Kommunal- und Privatwaldbesitzer beantragen können für verschiedene Maßnahmen zur Schadensbewältigung, wurden um weitere 4 Millionen Euro für 2019 aufgestockt. Zudem stehen weitere 7,5 Millionen Euro als Verpflichtungsermächtigungen bis 2022 zur Verfügung. Die Änderungen im Errichtungsgesetz sehen nun jährlich weitere 4 Millionen für ThüringenForst bis 2022 vor. Dieses Geld ist für Personal- und Sachkosten vorgesehen, die eingesetzt werden müssen, Über das Errichtungsgesetz wird der Landtag in zweiter Lesung am Freitag entscheiden.

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