300.000 Euro für Klimaschutz auf Kläranlagen im Eichsfeld


Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Der Wasser- und Abwasserzweckverband Eichsfelder Kessel hat einen Zuwendungsbescheid des Thüringer Landesverwaltungsamtes über rund 300.000 Euro zur energetischen Optimierung der abwassertechnischen Anlagen auf den Kläranlagen Bernterode und Leinefelde erhalten. „Durch die geplanten Maßnahmen können die Kläranlagen in Bernterode und Leinefelde energieeffizienter und damit nachhaltiger betrieben werden. Künftig kann so sauberes Wasser mithilfe sauberer Energie bereitgestellt werden. Das ist gut für die Menschen in der Region und gut für unsere Umwelt“, sagt Staatssekretärin Susanna Karawanskij.

Mit Mitteln aus dem EFRE-Programm „Steigerung der Energieeffizienz und des Anteils erneuerbarer Energie im Bereich der öffentlichen Hand“ unterstützt das TMIL den Bau einer Photo­voltaikanlage auf dem Betriebsgelände in Bernterode sowie Planungsleistungen zum Bau einer anaeroben Schlammbehandlung in der Kläranlage Leinefelde. Die Gesamtkosten für die geplanten Investitionen betragen 672.300 Euro. Die Förderung beläuft sich auf eine Höhe von 306.202 Euro, die aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) stammen.

Der Wasser- und Abwasserzweckverband Eichsfelder Kessel betreibt am Ortsrand von Bernterode eine Kläranlage, deren Stromverbrauch künftig durch einen möglichst großen Teil selbst erzeugten Strom abgedeckt werden soll. Um diesen optimal nutzen zu können, wird die Anlage mit einem integrierten Stromspeicher ausgestattet. So sollen später rund 95 t CO2 pro Jahr eingespart werden. Die PV-Anlage wird sowohl als Dach- als auch als Freianlage ausgeführt.

Für die Kläranlage in Leinefelde sollen auf Basis einer bereits vorliegenden Machbarkeitsstudie Planungen zur Faulgasgewinnung aus Klärschlamm auf den Weg gebracht werden. Mit der Faulgasgewinnung und der Verstromung über ein Blockheizkraftwerk könnte in Zukunft eine mittlere Stromerzeugung von ca. 230 MWh jährlich erzielt werden. Darüber hinaus ist die Erneuerung der bestehenden Klärschlammlagerung beabsichtigt. Die bisher offene Faulung soll auf eine geschlossene umgestellt werden. Da im Ergebnis dieser Maßnahme die unkontrollierte Nachfaulung in den Trockenbeeten entfällt, können jährlich etwa 50 t des Treibhausgases Methan vermieden werden.

Im September 2018 hat der Zweckverband „Eichsfelder Kessel“ bereits Fördermittel in Höhe von 270.000 Euro zur Energiegewinnung über Photovoltaik auf der Kläranlage Leinefelde erhalten.

Dem TMIL stehen in der aktuellen Förderperiode EFRE-Fördermittel in Höhe von ca. 210 Mio. Euro zur Unterstützung der nachhaltigen Stadtentwicklung in Thüringer Kommunen zur Verfügung. Rund 40 Städte und Gemeinden hatten sich für diese Förderung im Rahmen eines Wettbewerbes des TMIL in den Jahren 2015 und 2016 als EFRE-Förderkommunen qualifiziert. Seit Ende 2016 sind über 100 Vorhaben und EFRE-Mittel in Höhe von über 165 Mio. Euro (fast 80 % des Gesamtbudgets) bewilligt worden.


gez. Antje Hellmann
Pressesprecherin
 

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