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Abschluss der Waldflurbereinigung „Trusen“: Ländliche Neuordnung sichert nachhaltige Waldbewirtschaftung


Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Staatssekretär Torsten Weil übergab heute gemeinsam mit dem Präsidenten des Thüringer Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation, Uwe Köhler, die Schlussfeststellung zum Beschleunigten Zusammenlegungsverfahren „Trusen“ an den Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft Torsten Reich. Damit ist das Verfahren offiziell abgeschlossen.

„Die Kombination aus Bodenordnung nach dem Flurbereinigungsgesetz und dem Gründungsverfahren einer Waldgenossenschaft nach dem Thüringer Waldgesetz ist eine effiziente und nachhaltige Verfahrensweise, um Kleinstprivatwald zu erschließen und zu bewirtschaften. Mit dem ‚Beschleunigten Zusammenlegungsverfahren Trusen‘ wurde nun ein vielversprechendes Pilotprojekt erfolgreich abgeschlossen“, so der Staatssekretär. „Thüringen ist mit einer Gesamtfläche von ca. 550.000 ha etwa zu einem Drittel bewaldet. Rund 100.000 ha Privatwald sind durch Kleinst- und Kleinflächen geprägt, dabei ist bei rund 28.000 ha Waldfläche die Eigentumsfrage nicht geklärt. Eine ordnungsgemäße Waldbewirtschaftung und effektive Abwehr von Kalamitäten - z. B. dem Borkenkäfer - ist unter diesen Bedingungen erschwert bis unmöglich. Diese Hemmnisse wurden nun in Trusen nachhaltig beseitigt“, fügte er hinzu.

Hintergrundinformationen:

Das Beschleunigte Zusammenlegungsverfahren „Trusen“ nach § 91 Flurbereinigungsgesetz (FlurbG) wurde im Jahr 2013 auf Anregung von mehreren betroffenen Waldbesitzern und in enger Abstimmung mit ThüringenForst auf einer Fläche von 67 ha angeordnet. Der Waldbesitz setzte sich vor der Anordnung aus 127 schmalen, nicht arrondierten Flurstücken (sog. Gemengelage) zusammen, die sich auf 101 Eigentümer verteilten. Im Ergebnis der Zusammenlegung sank die Anzahl der Flurstücke auf 57 und die Zahl der Eigentümer auf 43. Zudem wurde die Erschließung der Flurstücke durch Eintragung von Wegerechten zugunsten der Waldeigentümer dauerhaft gesichert. Das Verfahren wurde in nur sieben Jahren durch den Verband für Landentwicklung und Flurneuordnung (VLF) Thüringen im Auftrag des Landesamtes für Bodenmanagement und Geoinformation (TLBG) und in enger Abstimmung mit ThüringenForst bearbeitet.

Die Gesamtkosten des Verfahrens belaufen sich auf rd. 25.000 €, die zu 80 Prozent aus Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) gefördert wurden.

Parallel zum laufenden Zusammenlegungsverfahren wurde die Waldgenossenschaft Trusen gegründet. mit deren Entstehung das Eigentum an den eingebrachten Grundstücken auf die Mitglieder zur gesamten Hand als Gemeinschaftsvermögen überging. Die Anteile der Mitglieder bestimmen sich nach dem forstlichen Ertragswert der eingebrachten Grundstücke. Eine wesentliche Voraussetzung für die Gründung der Waldgenossenschaft war die Zustimmung des überwiegenden Anteils der Beteiligten. Einer nachhaltigen eigentumsübergreifenden Bewirtschaftung des Privatwaldes in Trusen steht nun nichts mehr im Wege.

gez. Katja Müller
Pressereferentin

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