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Bundesweite Würdigung für Flurbereinigungsverfahren „Creuzburg“


Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Das Flurbereinigungsverfahren Creuzburg ist eine Erfolgsgeschichte. Nachdem das Thüringer Landesamt für Bodenmanagement und Geoinformation dem Verfahren bereits diegemeinschaftlich erarbeitete Broschüre „Flurbereinigungsverfahren Creuzburg“ gewidmet hat, wurde es nun auch in einer Broschüre und einem Imagefilm des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft als beispielgebend gewürdigt.

„Mit der Flurbereinigung, die vor einem Jahr abgeschlossen wurde, ist es geglückt, Naturschutz, Landwirtschaft, Wasserwirtschaft und Tourismus erfolgreich unter einen Hut zu bringen,“ so Staatssekretärin Karawanskij. Ihrem Dank fügte sie hinzu: „Das Verfahren war ein Gewinn für die gesamte Region und führte zu einem Konsens unter allen Beteiligten.“

TLBG-Präsident Uwe Köhler ergänzte: „Unser Flurbereinigungsverfahren mit den realisierten Maßnahmen und einem ganzen Bündel aufgelöster Interessenkonflikte erlangte bundesweite Aufmerksamkeit. Dies zeigt die aktuell erschienene Broschüre ‚Erfolgsgeschichten ländlicher Entwicklungen‘ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Das, was wir in Creuzburg ermöglicht haben, ist beispielgebende integrierte ländliche Entwicklung. Daher freuen wir uns sehr über diese deutschlandweite Anerkennung“.

Die genannte Broschüre des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, die auch das Creuzburger Verfahren würdigt, ist im November mit ausgewählten guten Beispielen der „Integrierten ländlichen Entwicklung“ als Teil der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes“ (GAK) in den Druck gegangen. Anlass war das 50-jährige Bestehen der GAK als wichtigstem nationalen Förderinstrument zur Unterstützung der ländlichen Entwicklung, der Land- und Forstwirtschaft sowie des Küsten- und Hochwasserschutzes.

https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/laendliche-entwicklung-erfolgsgeschichten.html

In diesem Zusammenhang wurde auch ein informatives Video über das erfolgreiche Flurbereinigungsverfahren erstellt, in dem die Beteiligten zu Wort kamen.

https://www.bmel.de/SharedDocs/Videos/DE/laendliche-Regionen/creuzburg-ile.html

 

Hintergrundinformationen:

Insgesamt 1,9 Mio. Euro wurden im Flurbereinigungsverfahren investiert. 1,7 Mio. Euro sind Fördermittel der Europäischen Union, der Bundesrepublik Deutschland und des Freistaates Thüringen. In das Stiftsgut selbst flossen über 127.000 Euro Fördermittel der Dorferneuerung.

Das 2001 auf Antrag der oberen Naturschutzbehörde mit einer Fläche von 666 ha angeordnete Flurbereinigungsverfahren schuf die Voraussetzungen für die gemeinsame Nutzung der Region durch Landwirtschaft, Naturschutz und Tourismus und ermöglichte die Entwicklung des Naturschutzgebietes „Wilhelmsglücksbrunn“. Es gelang die Symbiose aus Landwirtschaft, Naturschutz, Wasserwirtschaft und Tourismus.

Auf dem Werratal-Radweg kann man nun durch das Naturschutzgebiet, vorbei an landwirtschaftlich genutzten Flächen fahren. Die in der Flurbereinigung angelegten, zeitweise überstauten Geländemulden werden von Wasserbüffeln des ökologisch wirtschaftenden Landwirtschaftsbetriebes Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn beweidet. Durch die „Trittschäden“ der Tiere werden ständig neue Siedlungsstellen für die hier vorkommenden Salzpflanzenarten und die Lebensgrundlage für Amphibien wie Kreuzkröte oder Gelbbauchunke geschaffen.

Mit Hilfe des Flurbereinigungsverfahrens konnte das Naturschutzgebiet vollständig in öffentliches Eigentum von Freistaat Thüringen und Stadt Creuzburg überführt werden. Auch das Stiftsgut profitiert von der Neuordnung, indem seine zersplitterten Flächen unmittelbar um die Hofstelle zusammengelegt wurden. Der Betrieb kann so innerhalb natürlicher Grenzen und ohne weite Wege biologisch wirtschaften. Das Landschaftsbild wird hier wesentlich durch die teilweise tief eingeschnittene Werra geprägt, die im Zuge der neugeordneten Eigentumsverhältnisse ein entsprechendes Grundstück bekam. Ausreichend breite Uferrandstreifen lassen eine Entwicklung und einen geplanten Auwald zu, ohne in Konflikt mit den Nachbarn zu geraten. Im Flurbereinigungsverfahren wurden verfügbare Flächen bereitgestellt, um naturnahe Gewässer und ihre Auen wiederherzustellen, zu sichern und zu entwickeln. Ebenso Pufferflächen, um Gewässerrandstreifen zu realisieren. Damit wurden die Landesprogramme „Gewässerschutz“ und „Hochwasserschutz“ umgesetzt und Synergien konsequent genutzt.

Die jahrelang leerstehenden und zerfallenden Gebäude wurden mit viel Engagement eines gemeinnützigen Vereins und Mitteln der Dorferneuerung saniert. Sie beherbergen heute ein Café, ein Bio-Hotel, eine prämierte Käserei sowie einen Hofladen, in dem unter anderem die Produkte des biologisch wirtschaftenden Betriebes vermarktet werden. Das Stiftsgut Wilhelmsglücksbrunn im gleichnamigen Naturschutzgebiet ist ein beliebtes Ausflugsziel geworden. Die in der Flurbereinigung geplanten und gebauten ländlichen Wege erschließen das Gebiet bedarfsgerecht für die Landwirtschaft und als Radwege auch für den Tourismus.


gez. Antje Hellmann
Pressesprecherin
 

zur Thüringer Broschüre zum „Flurbereinigungsverfahren Creuzburg“

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