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Erntepressekonferenz in Erfurt Ernte 2020 insgesamt weniger dramatisch als in den Vorjahren


Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Titelbild Erntebericht

„Das Ernteergebnis 2020 ist für die meisten Landwirte weniger dramatisch als 2018 und 2019. Jedoch ist 2020 das dritte trockene Jahr in Folge und keines, das es den Landwirten ermöglicht, Reserven anzulegen. Es gibt Betriebe, die seit 3 Jahren sehr schlechte Ergebnisse einfahren und durch entsprechende Mindereinnahmen in ihrer Existenz bedroht sind. Die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie haben die Situation der Landwirtschaftsunternehmen vor allem im arbeitsintensiven Frühjahr zusätzlich belastet. Gerade während der Lockdown-Phase haben die Landwirte aber auch gezeigt, dass sie ihren Auftrag, die Ernährung zu sichern, sehr ernst nehmen“, so Landwirtschaftsminister Benjamin-Immanuel Hoff zur heutigen Erntepressekonferenz in Erfurt.

„Auch dieses Jahr ist wieder geprägt durch große regionale, Unterschiede sowohl bei der Niederschlagsverteilung als auch bei den Ernteergebnissen“, so Hoff weiter. Angesichts zunehmender Extremsituationen mit teilweise existenzbedrohenden wirtschaftlichen Auswirkungen plädierte der Minister für eine intensive Debatte, wie eine zukunftsfähige Landwirtschaft gestaltet werden kann und welche Instrumente es braucht, damit Betriebe Extremwetterereignisse künftig besser kompensieren können. Neben der Forschung zu klima-und standortangepassten Kulturen, Fruchtfolgegestaltung, Bodenbearbeitungs- und Düngungsmanagement brauche es auch Risikovorsorgeinstrumente wie die von Thüringen geforderte steuerliche Risikorücklage. „Vor allem sehe ich die Notwendigkeit einer Anschubfinanzierung, um Mehrgefahrenversicherungen in Anspruch nehmen zu können. Thüringen hat deshalb im Frühjahr dieses Jahres beim Bundeslandwirtschaftsministerium einen konkreten Vorschlag für ein entsprechendes Förderprogramm eingereicht“, so Minister Hoff.

 

Getreideernte besser als im vergangenen Jahr

Die Getreideernte in Thüringen ist leicht unterdurchschnittlich zum sechsjährigen Mittel, aber besser als im vergangenen Jahr. Die Getreideanbaufläche ist um fast 25.000 ha niedriger als 2019, die Gesamterntemenge aber trotzdem nur geringfügig geringer als 2019. Die ertragreichste Getreideart ist in diesem Jahr der Winterweizen.

Rapsanbaufläche wieder höher als 2019

Die Rapsanbaufläche in Thüringen umfasste in diesem Jahr 98.622 ha. Das sind fast 20 % mehr als 2019. Der Ernteertrag liegt mit etwa 35 dt/ha deutlich über dem niedrigen Niveau des Vorjahres.

Problem Mäusepopulation bei Raps und Getreide

Das diesjährige Mäuseproblem verdeutlicht, dass die Anbaufläche bei Raps und Getreide neben den Rahmenbedingungen, die Pflanzenschutz und Düngungsrecht setzen, stark von den Aussaatbedingungen abhängig ist. Wenn die Mäusepopulation nicht zeitnah eingedämmt wird, ist zu befürchten, dass auf vielen für den Raps- und Getreideanbau geplanten Flächen in diesem Jahr nicht gesät werden kann, da die Saat sofort den Mäusen zum Opfer fiele.

Futterernte durchwachsen

Bei der Futterernte ist insgesamt ein unterdurchschnittlicher Ertrag zu verzeichnen. Regional ist mit einer angespannten Futtersituation bei der Winterversorgung der Wiederkäuer zu rechnen.

Obsternte nicht zufriedenstellend

Mit 55,5 dt/ha liegen die Erträge bei der Erdbeerernte um mehr als ein Drittel unter dem sechsjährigen Mittel. Hauptursache waren fehlende Erntehelfer. Die Steinobst- und Apfelernte ist fast zur Hälfte den starken Frösten im März/April und dem Spätfrost um die Eisheiligen zum Opfer gefallen. Bei Äpfeln sind zudem die Früchte ob der Trockenheit der letzten Jahre sehr klein und vielfach nur als Industrieobst zu vermarkten. Beim Wein gibt es ebenfalls teils größere Frostschäden mit Ertragsverlusten zwischen 20 und 100 % zu verzeichnen.

Gemüseanbau ohne Bewässerung funktioniert nicht

Im Freiland-Gemüsebau waren hohe Bewässerungsaufwendungen zu verzeichnen. Im Kohlanbau gab es Probleme mit Nilgänsen, die Fraßschäden an Kohljungpflanzen verursachten. Beim Spargel ist der Ertrag mit 68 dt/ha niedrigerer als im Vorjahr und im langjährigen Mittel. Hauptursache waren auch hier fehlende Erntehelfer.

 

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