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Flurneuordnung unterstützt Artenschutz an der Milz nahe Römhild


Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

„Grund und Boden sind nicht vermehrbar. Wir haben jedoch mit der Flurbereinigung ein Gestaltungsinstrument, das es uns ermöglicht, Landnutzungskonflikte zwischen Landwirtschaft, Naturschutz und Wasserwirtschaft gemeinsam zu lösen. Der stete Dialog und die aktive Mitwirkung der Grundstückeigentümer machen es möglich, dass die Agrarstruktur verbessert und Nutzungs- und Eigentumsverhältnisse auf rechtlich sicherem Boden stehen“, sagte Staatssekretärin Susanna Karawanskij anlässlich des jüngst für das Flurbereinigungsverfahren „Oberlauf Milz“ im Amtsblatt der Stadt Römhild veröffentlichten Anordnungsbeschlusses. „In Römhild kann das Flurbereinigungsverfahren zudem einen entscheidenden Beitrag zum Natur- und Artenschutz leisten: Durch die Bereitstellung von Pufferflächen am Oberlauf der Milz wird ermöglicht, den Lebensraum der Steinkrebse und Bachmuschel hier als langfristig zu sichern und zu schützen.“

Ziele des Flurbereinigungsverfahrens „Oberlauf Milz“ auf dem Gebiet der Stadt Römhild sind die Neuordnung und Zusammenlegung von Flächen sowie die Zuwegung von bisher nicht erschlossenen Grundstücken, um sie für die Landwirtschaft nutzbar zu machen. Durch die Regelung der Eigentumsverhältnisse des Wege- und Gewässernetzes zugunsten kommunalen Eigentums der Stadt Römhild werden die Interessen zwischen Privateigentümer:innen und der Kommune ausgeglichen.

Im Bereich des Flurbereinigungsgebietes befindet sich zudem ein ausgewiesenes europäisches Schutzgebiet als Teil des Natura 2000-Netzwerkes der Europäischen Union: Im Oberlauf der Milz sind die thüringenweit bedeutsamsten Vorkommen von Steinkrebs und Bachmuschel nachgewiesen, die als streng geschützte Arten gelten.

Bereits seit den 1990er Jahren wurden gemeinsam mit der Stadt Römhild vielfältige Anstrengungen unternommen und Projekte realisiert, um im Oberlauf der Milz den Bestand der geschützten Arten zu sichern und eine positive Bestandsentwicklung zu erreichen. Sowohl die Anforderungen des Naturschutzes an die Wasserqualität der Milz als Habitatfläche als auch die Förderung einer nachhaltigen Wassernutzung gemäß der EU-Wasserrahmenrichtlinie benötigen hierzu Flächen. Landnutzungs- und damit Interessenkonflikte zwischen Landwirtschaft sowie Naturschutz und Wasserwirtschaft sind daher auf der Tagesordnung.

Eine endgültige Lösung für dieses Spannungsfeld soll mit Hilfe des angeordneten Flurbereinigungsverfahren „Oberlauf Milz“ herbeigeführt werden. Vorgesehen ist u. a., Eigentumsverhältnisse an den Gewässerschutzstreifen zu regeln, um Artenschutz- und EU-rechtliche Vorgaben mit den Interessen der Landwirtschaft in Einklang zu bringen. So wird es schließlich möglich, entsprechend notwendige Pufferflächen bereitzustellen.

 

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