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Gemeinsame Medieninformation TMIL/TMUEN zum neuen Europäischen Bauhaus


Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Der Bundesrat hat sich heute mit dem Förderprogramm eines „Europäischen Bauhauses“ befasst und eine erste positive Stellungnahme abgegeben. EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen Pläne hatte vor einigen Wochen Pläne dazu vorgestellt. Hier soll eine neue europäische Bau-Ästhetik mit Nachhaltigkeit, Energie-Effizienz und Erfindergeist gefördert werden. Die Kommission  plant bis Sommer 2021 einen breit angelegten, partizipativen Prozess zur gemeinsamen Gestaltung einer Vision zum Europäischen Bauhaus. In einem zweiten Schritt soll ein Netzwerk von fünf Gründungs-Bauhäusern im Jahr 2022 in verschiedenen EU-Ländern entstehen. Für die Kommission ist dies auch ein Beitrag zur geplanten C02 Klimaneutralität bis2050, also der Dekarbonisierung von Wärme- und Kälteerzeugung in europäischen Gebäuden.

Die EU-Kommission greift damit dem Grünungsgedanken des Staatlichen Bauhaus von Weimar von Walter Gropius auf: Ein Experimentierfeld zu schaffen, um Antworten auf existenzielle Fragen zu finden: Wie wollen wir leben? Wie seinerzeit das Bauhaus den Weg in die Moderne der Industriegesellschaft wies, soll die neue Bauhaus-Initiative am Beginn einer postindustriellen Ära stehen, mit klimaneutralen und lebenswerten Städten. Damit verbunden: Eine Abkehr vom Beton und eine Hinwendung zu Kohlenstoff bindenden Materialien und Kreislaufwirtschaft.

Diese Idee findet vor allem in Thüringen – mit Weimar als der Geburtsstätte der Bauhaus Kunstschule vor rund 100 Jahren – besonderen Anklang. Insbesondere das Infrastruktur- und das Umwelt-Ministerium streben eine Thüringer Bauhaus-Gründungsinitiative an. Noch in diesem Jahr wird sich das Kabinett damit befassen und eine entsprechende Initiative auf den Weg bringen.

Dazu erklärt Infrastrukturminister Benjamin-Immanuel Hoff: „Nicht nur allein der Gründungsort des ursprünglichen Bauhauses prädestiniert Thüringen dafür, das Neue Europäische Bauhaus mitzugestalten. Bereits mehrere der Leitgedanken der EU für die anstehende Renovierungswelle wurden in Thüringen in konzeptionellen Überlegungen und in der Praxis umgesetzt. Die ökologische Nachhaltigkeit von Baulösungen und –werkstoffen und insbesondere der Holzbau, stehen in Thüringen weit oben auf der Agenda.“

Umweltministerin Anja Siegesmund sagt dazu: „ So können bei alten aber auch neuen Gebäuden neue Ideen für Energieeffizienz entstehen, die gleichzeitig einen hohen gestalterischen Anspruch haben. Gerade  im Baubereich sind die für den Klimaschutz so wichtigen C02-Einsparungen viel zu gering.“

Dazu zählen beispielsweise:

•      Die Entwicklung und Erprobung von gestalterisch anspruchsvollen Nutzungsmöglichkeiten für erneuerbare Energien an der Gebäudehülle:  Vor allem im Bereich der gebäudeintegrierten Nutzung solarer Energie (PV oder Solarthermie) haben Innovationen der vergangenen Jahre deutlich bessere, architektonisch hochwertige Lösungen geschaffen.

•      Der verstärkte Ersatz CO2-intensiver Baustoffe durch nachhaltige Produkte: Durch den Einsatz nachhaltiger Baumaterialien können in der Fertigungskette viele Treibhausgasemissionen eingespart werden, die sich deutlich positiv auf die Klimabilanz von Gebäuden im Lebenszyklus auswirken (so wie beim geplanten Holz-Hochhaus in der ICE-City Erfurt)

 

 

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