Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Aktuelle Stunde des Thüringer Landtags zur wirtschaftlichen Situation der Thüringer Landwirtinnen und Landwirte Minister Hoff: „Den Strukturwandel im ländlichen Raum gemeinsam mit den landwirtschaftlichen Betrieben meistern“


Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

In seiner Rede im Rahmen der Aktuellen Stunde des Thüringer Landtags zur wirtschaftlichen Situation der Thüringer Landwirtinnen und Landwirte plädierte Thüringens Landwirtschaftsminister für Respekt gegenüber denjenigen, die das Rückgrat der Ernährungssicherheit im Freistaat bilden und unverzichtbar für die Lebensqualität des ländlichen Raums.

In seiner Rede im Rahmen der Aktuellen Stunde des Thüringer Landtags zur wirtschaftlichen Situation der Thüringer Landwirtinnen und Landwirte plädierte Thüringens Landwirtschaftsminister für Respekt gegenüber denjenigen, die das Rückgrat der Ernährungssicherheit im Freistaat bilden und unverzichtbar für die Lebensqualität des ländlichen Raums. Die landwirtschaftlichen Betriebe sind das Rückgrat unserer Ernährungssicherheit. Gerade in Thüringen sichern die größeren landwirtschaftlichen Unternehmen oft Arbeit und Wertschöpfung in der Region. Sie prägen weite Teile unserer Kulturlandschaft“, so Hoff. Deshalb dürfe die gesellschaftliche Debatte über die Agrarwende nicht gegen die landwirtschaftlichen Betriebe oder über die Köpfe der Landwirtinnen und Landwirte hinweg geführt werden, sondern nur mit ihnen. Die Aufgabe der Politik besteht dabei darin, verlässlich zu sein und gleichzeitig auch unangenehme Wahrheiten auf den Tisch zu legen, statt Konflikte zu scheuen. „Dazu gehört auch, sich von einfachen Weltbildern und Erklärungsmodellen zu verabschieden. Wir müssen in der Agrarpolitik die Weichen so stellen, das die vermeintlichen Widersprüche und Zielkonflikte zwischen Ökologie und Ökonomie gelöst werden können.“

Der Minister sieht es mit Blick auf die ökonomischen Abhängigkeiten im Agrarsektor als wichtigste politische Aufgabe an, die Umweltleistungen der Landwirtschaft finanziell zu unterstützen. „Unsere Agrarpolitik in dieser Wahlperiode muss moderierend wirken und die gesellschaftlichen Anforderungen an die Landwirtschaft mit den unter Marktzwängen agierenden Bauern in Einklang bringen.“

Damit diese Ziele erreicht werden können, seien verschiedene Instrumente erforderlich: „Wir brauchen wirksame Preis- und Anreizmechanismen sowie an der Wirtschaftsrealität orientierte Auflagen. Innovationen und Digitalisierung im Agrarbereich müssen noch stärker unterstützt, regionale Wertschöpfungsketten und der ökologische Landbau weiter gefördert werden. Wir gewährleisten, dass die Agrarstruktur erhalten bleibt und Bauern es sich weiterhin leisten können, Boden zu kaufen und zu pachten.“

Es sei unlauter, Landwirt*innen pauschal als Gegner von Natur-, Arten- und Bodenschutz zu kritisieren oder ihnen mangelnde Bereitschaft zur Veränderung vorzuwerfen. „Unsere landwirtschaftlichen Betriebe arbeiten unter sich stets verändernden Bedingungen und seit nunmehr 30 Jahren wird ein permanenter Strukturwandel praktiziert“, sagte der Minister. Zugleich kritisierte Hoff den mangelnden Mut zur Veränderung bei einigen Interessenverbänden. „Notwendige Anpassungen und Veränderungen wurden verzögert und neue Regelungen verwässert. Zu lange wurde den Landwirtinnen und Landwirten von den eigenen Verbänden suggeriert, dass es ausreicht, sich gegen vermeintlich sachfremde Einmischung zu wehren, um den Status quo aufrecht zu erhalten.“

Viele Landwirtinnen und Landwirte setzen, auch weil sie enttäuscht seien von den häufig fruchtlosen Kontroversen zwischen Politik und Verbänden, neue Ideen und Ansätze bereits im Alltag um. Dies müsse Politik und Verbände zwingen, gewohnte Standpunkte zugunsten einer realistischen Betrachtung der Herausforderungen und innerbetrieblichen Realitäten zu verlassen. „Mein Ziel ist es, die in Thüringen vorhandenen innovativen, umweltfreundlicheren und wirtschaftlich tragfähigen Beispiele in der Landwirtschaft zur flächendeckenden Realität im Freistaat werden zu lassen. Dazu müssen aber auch wirtschaftliche Voraussetzungen bestehen“, machte Hoff deutlich.

Dafür müsse auf EU-Ebene bei der Agrarförderung Bürokratie abgebaut und Leistung vor Größe honoriert werden. Hoff lehnt die Pläne der EU zur Kappung und Degression ab: „Es ist nur gerecht, jeden Hektar gleich zu fördern, damit alle Betriebe, egal ob klein oder groß, ihren notwendigen Beitrag zur Umsetzung der wichtigen Umwelt- und Klimaziele erbringen können.“ Zudem dürfe es Freihandelsabkommen, wie mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten, nur mit sicheren und vergleichbaren Sozial- und Umweltstandards geben.

Hoff forderte vom Bund mehr Engagement bei der Einführung einer staatlichen Unterstützung der landwirtschaftlichen Risikovorsorge, wie es sie bereits in 18 anderen EU-Staaten gibt. Von den Verbraucherinnen und Verbrauchern wünschte sich der Minister eine stärkere Anerkennung vor der Leistung unserer heimischen Landwirtschaft, die sich auch in der Bereitschaft widerspiegelt, mehr für die qualitativ hochwertigen Agrarprodukte aus der Region zu bezahlen.

Unser Ministerium in den sozialen Netzwerken: