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EU-Projekt des Infrastrukturministeriums erarbeitet Roadmap zur Wiederbelebung stillgelegter Bahnstrecken für den Güterverkehr


Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Im Rahmen des vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft geleiteten Interreg-Projektes REIF wurde eine Methodik entwickelt, um die Machbarkeit einer Wiederbelebung von Schienennebenstrecken zu prüfen. Ein erweitertes Schienennetz und mehr Zugangsstellen würden mehr Güter von der Straße auf die klimafreundlichere Schiene bringen.

In einem durch mittelständische Industrie geprägten Land wie Thüringen kommt es besonders darauf an, durch ein weit verzweigtes Schienennetz möglichst viele Standorte zu erreichen, an denen Produkte von Industrie und Landwirtschaft verladen werden können. So kann ein wichtiger Beitrag geleistet werden, um das im Landesentwicklungsprogramm Thüringen 2025 definierte Ziel zu erreichen, den Anteil der Gütertransporte auf der Schiene am gesamten Transportaufkommen deutlich zu erhöhen.

Die Voraussetzungen dafür sind gut. Das betont auch die Staatssekretärin im Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft Susanna Karawanskij: „Von allen deutschen Flächenländern hat Thüringen das dichteste Schienennetz nach Einwohnern und Größe. Allerdings sind in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Nebenstrecken stillgelegt worden. Wenn wir die Schiene als klimafreundlichen Transportweg stärken wollen, müssen wir die Potenziale dieser Strecken ermitteln und diese bei Bedarf reaktivieren. So entlasten wir dort, wo Verlagerungspotenziale vorhanden sind, die Ortschaften, die Menschen und die Umwelt.“

Hintergrund:

Das Thüringer Infrastrukturministerium arbeitet seit 2019 im von der EU geförderten Projekt „REIF“ (REgional Infrastructure for railway Freight transport - revitalised – Regionale Infrastruktur für Schienengüterverkehr - revitalisiert) an Lösungen, die diesen Revitalisierungsprozess unterstützen können. Entstanden ist dabei unter anderem ein Leitfaden (Roadmap) zur Wiederbelebung stillgelegter Strecken für den Schienengüterverkehr. Um diese Handlungsanweisung praxisnah und anwendungsfreundlich zu gestalten, wurde sie am Beispiel der „Ohratalbahn“ zwischen Gotha und Gräfenroda verifiziert.

Die Ohratalbahn ist eine dieser stillgelegten Nebenstrecken in Thüringen. Mit ihrer Lage direkt am Industriegebiet von Ohrdruf mit noch vorhandenen Anschlussgleisen und an wichtigen Holzumschlagplätzen besitzt sie Reaktivierungspotenzial sowohl für den Güter- als auch den Personenverkehr.

Mit der entwickelten Roadmap wurden u.a. der Zustand der Strecke analysiert, Reaktivierungsmaßnahmen definiert, Nutzungspotenziale recherchiert, Organisationsmodelle konzipiert sowie Kosten und Finanzierungsquellen eruiert. Damit liegen Anregungen vor, wie eine Wiedereröffnung der „Ohratalbahn“ realisiert werden kann.

Die Roadmap kann prinzipiell auf andere Strecken übertragen werden, um die Machbarkeit einer Reaktivierung zu prüfen.

 

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