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Ministerin Karawanskij zum Welternährungstag: „Wir brauchen auch in Deutschland ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung“


Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

Am 16. Oktober ist der Welternährungstag, mit dem die Vereinten Nationen jährlich auf die globalen Ursachen von Hunger aufmerksam machen. „Eine gesicherte Ernährung ist ein fundamentales Menschenrecht. Durch Kriege, Klimakrise und Corona-Pandemie steigt die Zahl der Hungernden weltweit leider wieder. Wir brauchen nachhaltige Lösungen für die Welternährungsprobleme und müssen vor der eigenen Haustür mit Veränderungen beginnen“, sagt Ministerin Susanna Karawanskij. „Wir brauchen ein Gesetz gegen Lebensmittelverschwendung sowie mehr regional erzeugte und konsumierte Lebensmittel. Wir wollen Landkonzentration verhindern und faire Handelsverträge im europäischen und im globalen Handel.“

 

Jedes Jahr werden in Deutschland etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeschmissen. „Diese Verschwendung ist absurd angesichts von weltweit 811 Millionen hungernden Menschen. Es werden Ressourcen verschleudert, die in anderen Weltregionen fehlen. Zudem ist es respektlos gegenüber dem gesellschaftlichen Wert von Nahrungsmitteln und der Arbeit von Landwirtinnen und Landwirten“, so die Ministerin und fordert die Bundesregierung auf, die UN-Nachhaltigkeitsziele umzusetzen und die Verschwendung von Lebensmitteln bis zum Jahr 2030 zu halbieren. „Die Bundesregierung muss endlich aktiv werden. In Frankreich, Italien und Tschechien gibt es Gesetze gegen Lebensmittelverschwendung und sie wirken, weil weniger Lebensmittel auf dem Müll landen. Bei Nahrungsmitteln haben wir kein Produktions-, sondern ein globales Verteilungsproblem.“

 

Die Ministerin betont zudem, dass alle Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, einen fairen Lohn und gute Arbeitsbedingungen verdient hätten. Das gelte für den globalen Süden wie für die heimischen Landwirtinnen und Landwirte. Internationale Handelsverträge wie das derzeit geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Mercosur-Staaten dürfen soziale Ungleichheit und Umweltzerstörung nicht vergrößern. „Der globale Agrarhandel muss sich an sozialen Grundrechten und ökologischen Standards ausrichten. Reine Profitinteressen auf Kosten von Arbeitsrechten und Umweltschutz führen dazu, die globale Ungerechtigkeit und den Welthunger zu vergrößern. Als Thüringer Landesregierung werden wir auf Bundes- und EU-Ebene nur Handelsverträge unterstützen, die Menschen-, Arbeits- und Umweltrechte respektieren.“  

 

Nachdem jahrelang ein positiver Trend zu verzeichnen war, steigt die Zahl der Hungernden seit 2020 weltweit wieder an. Laut Vereinten Nationen litten 2020 bis zu 811 Millionen Menschen an Hunger, 161 Millionen mehr als im Jahr zuvor. Davon sind 149 Millionen Kinder unter 5 Jahren chronisch und 45 Millionen akut unterernährt. Das heißt, fast 25 Prozent aller von Hunger Betroffenen sind Kinder. Das Recht auf Nahrung ist ein fundamentales Menschenrecht und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte und weiteren internationalen Abkommen fest verankert. In der „Agenda 2030“ der Vereinten Nationen für eine nachhaltige Entwicklung wurde 2015 „Hunger beenden“ als eines von 17 Zielen festgelegt.

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