Seitenbeginn . Zur Hauptnavigation . Zum Seiteninhalt

Ministerin Susanna Karawanskij: Insektenschutz ist eine Gemeinschaftsaufgabe – Beispielhaftes Projekt zur Förderung der Biodiversität im Obstbau vorgestellt


„Wir sind auf die Leistungen der Insekten angewiesen: Intakte Ökosysteme sind ohne Insekten ebenso undenkbar wie eine funktionierende Lebensmittelversorgung für uns Menschen“, sagte Ministerin Karawanskij heute bei der Vorstellung des Projekts ‚Förderung der Biodiversität im Gartenbau - Kirschanlagen als Nist- und Nahrungshabitat für Wildbienen‘ in Gierstädt.

Ministerin Karawanskij besichtigt Insektenhotels für Wildbienen im Obstpark Gierstädt
Foto: D. Santana (TMIL)

Insekten sind nicht nur als Bestäuber, Kompostierer und Nahrungsquelle unverzichtbar für unser Ökosystem. Sie sind auch ein echter Wirtschaftsfaktor: Auf 2,5 Milliarden Euro schätzt die Universität Hohenheim en ökonomischen Wert der Bestäubung in Deutschland pro Jahr. Vor dem Hintergrund dieser Faktoren verfolgt der Freistaat Thüringen eine Strategie zur Erhaltung der biologischen Vielfalt. Im Rahmen dieser Strategie wird dem Schutz wildlebender Bienen und Insekten besondere Bedeutung beigemessen. Im Rahmen verschiedener Programme werden Projekte zum Schutz von Wildinsekten gefördert. Darüber hinaus unterstützt das Land die Anlage von Blühstreifen, um die Lebensbedingungen für Insekten zu verbessern.

„Unser Gartenbau ist Vorreiter, was die Einbindung bestäubender Insekten und die Nutzung natürlicher Regulationsmechanismen angeht. Ein beispielhaftes Projekt, bei dem die Förderung von Wildbienen und moderner Obstbau Hand in Hand gehen, wird im Gebiet der Fahner Höhe seit 2020 durchgeführt. Mit rund 210.000 Euro haben wir dieses dreijährige Kooperationsprojekt verschiedener Partner unterstützt. Dabei wurden Maßnahmen zum Biodiversitätsschutz in moderne Anbauverfahren integriert“, sagte Karawanskij.

Im Fokus des Projekts standen zunächst vor allem Untersuchungen zum Vorkommen von Wildbienenarten, zur Belegung der Insektenhotels in den Anlagen und zu Pflanzenarten, die von den Insekten beflogen werden. Anschließend wurden Biotopverbundflächen mit geeigneten Maßnahmen aufgebaut. Das Umfeld der Kirschanlagen wurde mit entsprechenden Pflanzenarten und Nisthilfen aufgewertet, so dass sich Wildbienen dort dauerhaft ansiedeln können.

Das Projekt wird im Rahmen des TMIL-Programms „Förderung der Zusammenarbeit in der Landwirtschaft“ über die Thüringer Aufbaubank gefördert. In dem Projekt kooperieren fünf Obstbaubetriebe, ein Saatgutproduzent, die Absatzgenossenschaft Fahner Obst e.G., eine Anbauberaterin, das Länderinstitut für Bienenkunde Hohen Neuendorf e.V. sowie der Landesverband Gartenbau Thüringen e.V.. Verantwortlich für das Projekt zeichnet der Serviceverband Gartenbau Thüringen e.V. Wissenschaftliche Unterstützung bringt das TLLLR mit dem Lehr- und Versuchszentrum Gartenbau ein.

Hintergrund

Das Obstanbaugebiet an der Fahnerschen Höhe hat eine über 225-jährige Tradition. Mit etwa 1000 ha Anbauflächen liegen 60% der gesamten Obstanbaufläche in Thüringen in diesem Gebiet. Zu den Kulturen zählen mit überwiegendem Anteil der Apfel, gefolgt von Süß- und Sauerkirschen, Pflaumen, Zwetschgen, Holunder, Birnen, Mirabellen. Obwohl die Apfelproduktion etwa die Hälfte der Produktion einnimmt, haben die Süßkirschen aufgrund der Lage eine besondere Anbautradition. Die Produktion an diesem Standort in Verbindung mit dem Anbaugebiet in Kindelbrück spielt daher eine essentielle Rolle bei der regionalen Produktion und Versorgung der Bevölkerung mit einheimischem Obst.

Neben der Witterung spielen Befruchtungsbedingungen für eine erfolgreiche Ernte eine wichtige Rolle. Zur Zeit der Obstblüte stehen daher Imker-Bienenvölker in den Anlagen der Fahnerschen Höhe. Zusätzlich erbringen Wildbienen und vielfältige weitere Insektenarten eine hohe Bestäubungsleistung. Das Vorhandensein dieser Insektenarten in den modernen Produktionsanlagen ist Ausdruck einer hohen Biodiversität. Wildbienen können aufgrund ihrer im Jahresverlauf frühen Flugintensität vor den Honigbienen Blüten bestäuben und sind deshalb besonders in den früh blühenden Kirschanlagen aktiv und nützlich.

Neueste Beiträge

  • Transparentes Verfahren für Agrarbetriebe zur Vorbereitungen der KULAP 2022 Antragstellung

    Ab Juli können Agrarbetriebe Anträge für das neue Förderprogramm KULAP 2022 stellen. Das Verfahren endet am 2. September 2022. Die Anträge gelten für den neuen fünfjährigen Verpflichtungszeitraum der Agrar-Umwelt-Klima-Maßnahmen ab 2023 sowie den Ökolandbau der GAP-Förderperiode 2023 bis 2027. „Mit den KULAP-Mitteln unterstützen wir die Landwirtinnen und Landwirte bei freiwilligen Maßnahmen zum Erhalt der Artenvielfalt, um natürliche Ressourcen zu schonen sowie Bodenerosion und Treibhausgasemissionen zu verringern. Es ist uns gelungen, in Thüringen die KULAP-Mittel auch für die GAP-Übergangszeit abzusichern, so dass auch 2022 Anträge gestellt werden können“, sagt Agrarministerin Susanna Karawanskij.   zur Detailseite

    Landwirtin begutachtet ein Weizenfeld
  • Ministerin Karawanskij zur Wald Sonder-AMK: „Waldrettung ist eine generationenübergreifende Aufgabe und muss langfristig planbar sein“

    Bei der gestrigen (16. Mai) Sonder-Agrarminister:innenkonferenz (AMK) kündigte der Bund an, den Ländern zeitnah ein Konzept zur Honorierung der Ökosystemleistungen des Waldes zu präsentieren und die 200 Mio. Euro für 2022 den Waldbesitzenden bereitzustellen: „Ich begrüße die Ankündigung des Bundesministers ausdrücklich, die Honorierung der Ökosystemleistungen in diesem Jahr umzusetzen. Besorgt bin ich jedoch hinsichtlich einer schnellen Hilfe für die Waldbesitzenden. Ich habe den Bund aufgefordert, für 2022 ein einfaches System anzubieten und langfristige Planungssicherheit für alle Waldbesitzarten zu gewährleisten. Die Waldrettung ist eine generationenübergreifende Aufgabe und muss langfristig planbar sein“, sagt Ministerin Susanna Karawanskij.   zur Detailseite

    Ministerin Susanna Karawanskij im Wald
  • Städtebauförderung bleibt entscheidendes Instrument für die Stadtentwicklung

    Am 14. Mai 2022 findet wieder der Tag der Städtebauförderung als bundesweiter Aktionstag statt. 2020 fiel der Tag der Städtebauförderung pandemiebedingt aus und fand 2021 oft nur digital statt. Daher soll in diesem Jahr der Aktionstag wieder in vielen Städten und Gemeinden in Präsens durchgeführt werden. Viele Thüringer Städte und Gemeinden werden sich beteiligen und präsentieren mit öffentlichen Veranstaltungen die Aufgaben und Ergebnisse der Städtebauförderung.   zur Detailseite

  • 24-Stunden-Dorfläden werden auch 2022 gefördert


    Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

    Die Förderung der Etablierung von Tag-und-Nacht- bzw. 24-StundenDorfläden wird in diesem Jahr fortgesetzt und tritt am 17. Mai in Kraft. Die Förderanträge können bis 30. Juni eingereicht werden. „2021 konnten wir über die Richtlinie 24-Stunden-Dorfläden insgesamt 16 Dorfläden und Verkaufsautomaten in ganz Thüringen fördern. Diese Richtlinie ergänzt unsere bereits vorhandenen Fördermöglichkeiten der Integrierten ländlichen Entwicklung, mit der wir seit 2015 bereits über 50 Projekte rund um Dorf- und Hofläden sowie Verkaufsautomaten in fast allen Landkreisen gefördert haben“, so Ministerin Susanna Karawanskij.   zur Detailseite

    Staatssekretär Torsten Weil (li.) und Ladenbetreiber Ronny Koch stehen im Dorfladen in Taupadel.
  • Ministerin Karawanskij setzt Spatenstich für Neubau der Gemeinschaftsschule „Am Hartwege“ in Weimar


    Erstellt von Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft

    Bauministerin Susanna Karawanskij setzte heute gemeinsam mit Weimars Oberbürgermeister Peter Kleine den ersten Spatenstich für den Neubau eines Schulgebäudes für die Gemeinschaftsschule Weimar am Standort „Am Hartwege“. Als Kandidat der Internationalen Bauausstellung Thüringen (IBA) wird der Neubau als „Schule der Zukunft“ Modellcharakter für vergleichbare Schulformen im Bundesland haben. Der Freistaat fördert das Vorhaben mit insgesamt 11 Mio. Euro. Davon stammen 5 Mio. Euro aus dem Schulinvestitionsprogramm und 6 Mio. Euro aus IBA-Ergänzungsmitteln.   zur Detailseite

Unser Ministerium in den sozialen Netzwerken: