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Neues Forschungsgebäude des Helmholtz-Instituts Jena eingeweiht


Nach zweieinhalbjähriger Bauzeit wurde heute das neue Forschungsgebäude des Helmholtz-Instituts Jena am Standort Fröbelstieg eingeweiht. Für das Institut, das an der Schnittstelle zwischen konventioneller Beschleunigertechnik und dem innovativen Feld der laserinduzierten Teilchenbeschleunigung forscht, stehen mit dem Erweiterungsbau neue Büro- und Laborflächen auf rund 550 Quadratmetern Nutzfläche zur Verfügung. Im so genannten Targetraum – einem unterirdisch im Grundstückshang verborgenen Labor – wird das Helmholtz-Institut künftig wichtige Laser-Experimente mit erhöhten Anforderungen an den Strahlenschutz durchführen.

Ansicht des Neubaus des Helmholtz-Instituts
Foto: M. Heller (TMIL)
Blick vom Neubau des Helmholtz-Instituts auf die Jenaer Innenstadt
Foto: M. Heller (TMIL)

„Der Erweiterungsbau bereichert nicht nur die Forschung in Jena sondern auch das Stadtbild. Mit dem Siegerentwurf eines europaweit offenen Architektenwettbewerbs ist ein funktionales Forschungsgebäude entstanden, das sich städtebaulich harmonisch aber auch selbstbewusst in die Bestandstruktur des Gebietes eingliedert. Das hier investierte Geld - rund 8,9 Mio. Euro Landesmittel für staatliche Hochbaumaßnahmen – ist zweifelsfrei gut angelegt. Die Forscherinnen und Forscher des Helmholtz Instituts Jena werden hier optimale Bedingungen für ihre wichtige Arbeit haben“, so Infrastrukturstaatssekretärin Prof. Dr. Barbara Schönig.

Thüringens Forschungsstaatssekretärin Dr. Katja Böhler sieht die Entwicklung des Jenaer Instituts seit seiner Gründung als Außenstelle des GSI Helmholtz-Zentrums für Schwerionenforschung Darmstadt im Jahr 2009 als „echte Erfolgsgeschichte“. „Mit seinen Arbeiten zur Wechselwirkung zwischen Licht und Materie betreibt das Helmholtz-Institut auch im internationalen Vergleich Grundlagenforschung auf Spitzenniveau“, so Böhler. „Das fügt sich hervorragend in das Profil der Forschungsregion Jena mit ihrem starken Optik- und Photonikbezug ein.“ Mit dem Neubau erhalte das Institut nun eine langfristige Perspektive am Standort. Damit diene es als Scharnier zwischen der Laserforschung in Jena und den Großforschungseinrichtungen der GSI und schaffe zugleich die Anbindung an das geplante internationale Teilchenbeschleunigerprojekt FAIR in Darmstadt.

Der Direktor des Helmholtz-Institus Jena, Prof. Dr. Thomas Stöhlker, sagte: „Unser Dank gilt dem Freistaat Thüringen und der Universität Jena für die stetige Unterstützung des Instituts seit seiner Gründung in 2009. Das Gebäude markiert den Abschluss der Aufbauphase des Institutes und deckt den über die Jahre gewachsenen Bedarf an Arbeitsplätzen für den Wissenschaftlichen Nachwuchs. Die Labor- und Forschungseinrichtungen ermöglichen hoch innovative Experimentiermöglichkeiten. Z. B. erwarten wir neue Erkenntnisse für die Laser-Teilchenbeschleunigung und im Bereich neuartiger, bildgebender Methoden mit einem breiten Anwendungsspektrum bis zu den Material- und Biowissenschaften.“

Der Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena, Prof. Dr. Walter Rosenthal, bedankte sich beim Land, beim Bund und beim Helmholtz-Institut Jena für die gute Zusammenarbeit. „Universitäre und außeruniversitäre Forschung sind in Jena zum beiderseitigen Vorteil hervorragend vernetzt. Mit dem Forschungsneubau können die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Jena und der Helmholtz-Gesellschaft ein neues Kapitel in der Laserforschung beginnen“, hob er hervor.

Hintergrund

In Folge der erfolgreichen Etablierung des Helmholtz-Instituts Jena am Forschungsstandort Jena und dem damit verbundenen Zuwachs an Mitarbeitenden und Forschungsapparaturen stellte sich ein stetig wachsender Platzbedarf ein. Dieser konnte durch die bestehenden Räumlichkeiten nicht mehr abgedeckt werden. Die Landesregierung entschied, auf dem landeseigenen Grundstück am Standort Fröbelstieg einen Neubau mit rund 550 qm Nutzfläche zu errichten. Für das neue Gebäude lobte das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr einen europaweit offenen Architektenwettbewerb aus, an dem sich Büros aus ganz Deutschland, Finnland und der Schweiz beteiligten. Das Weimarer Architekturbüro Osterwold°Schmidt errang in Zusammenarbeit mit dem Büro Impuls-Landschaftsarchitektur den 1. Preis und wurde mit der Planung beauftragt.

Im April 2019 erteilte das Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft den Bauauftrag an das Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr. Die Finanzierung der Kosten in Höhe von rund 8,9 Mio. Euro erfolgt komplett aus Landesmitteln für staatliche Hochbaumaßnahmen. Nach Baubeginn im Oktober 2019 wurde im Herbst 2020 Richtfest gefeiert. Mit der Einweihung nach gut zweieinhalbjähriger Bauzeit konnte sowohl der veranschlagte Zeit- als auch der Kostenrahmen des Projekts weitestgehend umgesetzt werden.

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