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Wiederbewaldung und Waldumbau läuft auf Hochtouren: „Dieses Jahr werden wieder über 2 Mio. Bäume gepflanzt.“


In der heutigen (5. Juli) Kabinettsitzung und der anschließenden Regierungsmedienkonferenz stellte Forstministerin Susanna Karawanskij gemeinsam mit dem Vorstand der ThüringenForst AöR, Jörn Ripken, den 3. Bericht zum Umsetzungsstand des „Aktionsplans Wald 2030ff“ vor. „In diesem Jahr stellen wir fast 62 Millionen Euro für die Waldrettung bereit. Die Mittel fließen insbesondere für die Schadbeseitigung, die Wiederbewaldung und den Waldumbau. Nach dem Rekordergebnis von 2,1 Millionen gepflanzten Bäumen in 2021 stehen auch für dieses Jahr wieder über 2 Millionen Setzlinge bereit. Beim Waldumbau setzen wir auf einen vielfältigen, klimaresistenten Mischbaumbestand. In der landeseigenen Forstbaumschule in Breitenworbis werden 32 verschiedene Baumarten kultiviert. Mit über 820.000 Pflanzen war die trockenresistente Eiche die meist gepflanzte Baumart.“

Ministerin Karawanskij auf der Regierungsmedienkonferenz vom 5. Juli 2022 mit Regierungssprecher Falk Neubert und ThüringenForst-Vorstand Jörn Ripken
Foto: D. Kehrberg (TMIL)
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Die Landesregierung hat im August 2019 frühzeitig auf die komplexen Waldschäden reagiert und einen Aktionsplan Wald 2030ff „Grünes Herz Thüringen“ beschlossen. Der Aktionsplan Wald formuliert ein langfristig wirksames Bündel an Maßnahmen, um den Wald im Klimawandel für die kommenden Generationen zukunftssicher zu entwickeln.

Damit die artenreiche Wiederbewaldung langfristig abgesichert ist, wird die Personal- und Technikausstattung in der staatlichen Forstbaumschule weiter ausgebaut. Zudem unterhält die Landesforstanstalt bereits 19 Saatgutplantagen. „Derzeit werden fünf weitere Saatgutplantagen durch ThüringenForst angelegt, um die Aufforstung zu beschleunigen“, so die Ministerin. „Neben der baumartenreichen Wiederbewaldung wird auch über konsequente Pflegeeingriffe dafür Sorge getragen, dass Mischungsanteile erhalten und ausgebaut werden. Die Landesforstanstalt hat 2021 die Fläche der Jungwaldpflegen gegenüber dem Vorjahr auf 2.200 Hektar verdoppelt.“ Die Ministerin betonte, dass angesichts einer aktuellen Schadfläche von insgesamt etwa 60.000 Hektar, was 11 Prozent der Thüringer Waldfläche entspricht, die Wiederbewaldung eine langfristige Aufgabe sei, die viel Geduld und weiteres konsequentes Handeln voraussetze. „Wir sehen jedoch erste wichtige Erfolge. Mit 20 Prozent liegt der Anteil der als gesund eingestuften Bäume in 2021 wieder 5 Prozent höher als im Jahr zuvor.“

Zudem sei auch viel Geld für die Waldrettung nötig, ergänzte die Ministerin. 2022 sind insgesamt fast 62 Mio. Euro für die Waldrettung eingeplant. Zur Bewältigung der von Dürre, Sturm und Borkenkäferbefall wurden der Landesforstanstalt seit 2019 insgesamt 16 Mio. Euro zur Verfügung gestellt. Bei der langfristigen Finanzierung erhöht die Landesregierung die Mittel ab 2023 für Maßnahmen zur Wiederbewaldung, den Waldumbau und für mehr Personal deutlich. Bis 2036 stehen ThüringenForst jährlich weitere 11 Mio. Euro zur Verfügung, also insgesamt 176 Mio. Euro. Gleichzeitig erreichten die Finanzhilfen zur Waldrettung für die privaten und kommunalen Waldbesitzenden einen neuen Höchstwert von rund 35 Mio. Euro in 2021. Thüringen nahm hinsichtlich der Honorierung von Ökosystemleistungen im Jahr 2021 eine bundesweite Vorreiterrolle ein und zahlte dafür 15 Mio. Euro Landesmittel aus. „Damit haben wir die im Bund laufende Debatte zur Förderung von Ökosystemleistungen befeuert. Der Bund sicherte zu, Ökosystemleistungen von Wäldern langfristig zu honorieren. Die Thüringer Landesregierung setzt sich weiter dafür ein, dass noch in diesem Jahr mit einer Auszahlung der im Klimafonds zur Verfügung stehenden 200 Mio. Euro begonnen werden kann“, sagte Ministerin Karawanskij.

Die Ministerin zählte zahlreiche weitere Maßnahmen auf, die im Rahmen des Aktionsplan Wald 2030ff umgesetzt werden. Einen besonderen Fokus legte sie dabei auch auf die Waldbrandprävention. Waldbrände waren im Vergleich zu anderen Bundesländern wie Brandenburg in Thüringen bisher eine überschaubare Gefahr. Durch die häufigen und langen Hitze- und Trockenheitsphasen ändert sich jedoch die Risikolage. „Die Verhinderung von Waldbränden rückt daher verstärkt in unseren Fokus. Für Waldbrandvorbeugung wurden 65 Förderanträge über fast 900.000 Euro bewilligt. Die Landesforstanstalt hat in allen Eigentumsformen seit 2019 bereits 33 Feuerlöschteiche saniert. Bis Ende 2022 sollen es insgesamt 46 Teiche sein, dafür sind 1,6 Mio. Euro eingeplant“, so Karawanskij.

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