Pflanzliche Erzeugung

Acker- und Pflanzenbau – wichtiger Bestandteil der Landwirtschaft in Thüringen

Mehr als drei Viertel (78 Prozent) der landwirtschaftlich genutzten Flächen sind in Thüringen Ackerland.

Der Anbau von Druschfrüchten (Getreide und Ölfrüchte) hat seit 1990 stark zugenommen und liegt heute bei mehr als 76 Prozent. Feldfutter und Mais nehmen gegenwärtig etwa 12 Prozent der Ackerfläche ein. Der Anteil von Hackfrüchten (Kartoffeln und Zuckerrüben) mit nur 2 % liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt.

Die Einhaltung der rechtlichen Vorgaben des Dünge- bzw. Pflanzenschutzgesetzes und der Regelungen nach § 17 des Bundesbodenschutzgesetzes bilden die Grundlage für einen umweltgerechten Anbau der Ackerkulturen
(Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum - Pflanzenproduktion).

Aufgrund der relativ günstigen Boden- und Witterungsbedingungen sowie den vorhandenen praktischen Erfahrungen der Landwirte werden in normalen Jahren hohe und stabile Erträge in Thüringen erreicht. Die ackerbaulich wichtigsten Anbaugebiete sind das Erfurter Becken und das Altenburger Land.

Seit mehreren Jahren ist Thüringen ein Bundesland mit den besten Qualitäten bei der Erzeugung von Backweizen und Braugerste in Deutschland.


Grünland nimmt in Thüringen etwa ein Fünftel der landwirtschaftlich genutzten Fläche ein. Standortbedingt besonders hohe Grünlandanteile weisen die Landkreise Schmalkalden-Meiningen, Wartburgkreis, Saalfeld-Rudolstadt, Sonneberg und Hildburghausen auf. Die Bewirtschaftung des Grünlands dient traditionell vor allem der Erzeugung von Grobfutter. Der überwiegende Flächenanteil wird extensiv bewirtschaftet. Insbesondere extensiv bewirtschaftetes Grünland besitzt einen hohen Schwellenwert für Umwelt- und Naturschutz. Es besteht ein gesellschaftliches Interesse daran, die vielfältigen Nutz- und Schutzfunktionen des Grünlandes zu erhalten und auszubauen.

 

Nutzung der Ackerfläche in Thüringen 2019, Angaben in Prozent (Quelle: Bodennutzungshaupterhebung 2019 des Thüringer Landesamtes für Statistik)
Nutzung der Ackerfläche in Thüringen 2019, Angaben in Prozent (Quelle: Bodennutzungshaupterhebung 2019 des Thüringer Landesamtes für Statistik)

Gartenbau und Sonderkulturen

Flächennutzung im Produktionsgartenbau Thüringen in ha
Quelle: 2018 TLS, TLLLR (LVG Erfurt), Weinbaukartei

Gartenbau und Weinbau

Der Gartenbau in Thüringen kann auf eine reiche Tradition zurückblicken. Der Erfurter Ratsherr Christian Reichart (1685-1775) gilt als der Begründer des deutschen Erwerbsgartenbaues.

Mit seinen unterschiedlichen Fachrichtungen, Zierpflanzenbau, Gemüse- und Obstbau, Baumschulen und Stauden, ist der Thüringer Gartenbau einer der wertschöpfungs- und beschäftigungsintensiven Bereiche innerhalb der Landwirtschaft. Neben dem Produktionsgartenbau ist auch der Dienstleistungsgartenbau (Garten- und Landschaftsbau, Friedhofsgartenbau) ein wesentlicher Faktor, der zur Wertschöpfung beiträgt.

Die gartenbaulich genutzte Fläche umfasst gegenwärtig ca. 5.000 ha. Davon werden ca. 3.000 ha von Gartenbaubetrieben bewirtschaftet und 2.000 ha in landwirtschaftlichen Betrieben.

Die überwiegende Zahl der Betriebe sind kleinflächige, familiengeführte Einzelhandelsgärtnereien. Daneben existieren jedoch auch hoch spezialisierte, großflächig wirtschaftende Betriebe vor allem im Obst- und Gemüseanbau sowie beim Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen.

Die wichtigsten Standorte des Freilandgemüseanbaus befinden sich im Thüringer Becken im Raum Erfurt, Kutzleben, Herbsleben, Mühlhausen und Großengottern. Flächenmäßig dominiert der Anbau von Spargel, gefolgt von Zwiebeln, Weißkohl und Blumenkohl.

Im Unterglasanbau werden auf ca. 34 ha vor allem Tomaten und Gurken produziert.

Neben ungünstigen Witterungsbedingungen können Unkräuter, Krankheiten und Schädlinge in allen Gartenbaukulturen erhebliche Ertragsausfälle sowie Beeinträchtigungen der Qualität der produzierten Güter verursachen. Gegenmaßnahmen sind auf einer fundierten Basis zu treffen (Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum - Pflanzenschutz) und unter Einhaltung der maßgebenden Rechtsvorschriften durchzuführen.

Blumenkohlanbau, Foto: TMIL

Spargelfeld, Foto: TMIL

Tomaten im Gewächshaus, Foto: TMIL

Rotkohl, Foto: F. Behr

Blumenkohlanbau, Foto: TMIL

Spargelfeld, Foto: TMIL

Tomaten im Gewächshaus, Foto: TMIL

Rotkohl, Foto: F. Behr

Obstanbau

konzentriert sich auf die traditionellen Anbaugebiete Fahner Höhe, Kindelbrück, Mönchpfiffel, Dobitschen und Schöngleina. In den vergangenen Jahren hat sich der Flächenanteil des Apfelanbaus auf über 50 Prozent erhöht. Süßkirschen haben einen Anteil von ca. 14 Prozent. Die Kulturen Sauerkirsche, Erdbeeren, Pflaumen - gemeinsam mit Zwetschgen und Mirabellen - liegen mit jeweils einem Flächenanteil von 9 Prozent und 8 Prozent knapp unter 10 Prozent.

Zierpflanzen

werden überwiegend für den Direktabsatz produziert. Der Schwerpunkt liegt flächenmäßig beim Anbau von Sämerein und in der Produktion in Einzelhandelsgärtnereien beim Anbau von Beet- und Balkonpflanzen.

Heil- und Gewürzpflanzen

Der Anbau von Heil- und Gewürzpflanzen hat in Thüringen ebenfalls eine lange Tradition. Mit ca. 1.200 ha Anbaufläche gehört Thüringen zu den führenden Bundesländern in diesem Sektor. Hauptkulturen sind Kamille mit einem Flächenanteil von annähernd 70 Prozent sowie Pfefferminze mit 13 Prozent. Bedeutung hat zudem der Anbau von Johanniskraut, Melisse und Spitzwegerich. Die Produktion erfolgt fast ausschließlich über Vertragsanbau.

Kirschplantage, Foto: TMIL

Zierpflanzen, Foto: TMIL

Kamillenernte, Foto: TMIL

Melisse, Foto: TMIL

Kirschplantage, Foto: TMIL

Zierpflanzen, Foto: TMIL

Kamillenernte, Foto: TMIL

Melisse, Foto: TMIL

Weinbau

Der Weinbau umfasst eine Fläche von etwa 120 ha und gehört als Bereich Thüringen zum Weinanbaugebiet Saale-Unstrut. Etwa zwei Drittel der Rebfläche wird für den Anbau von Weißwein genutzt, ein weiteres Drittel für Rotwein.
 

Weinbau in Kaatschen
Weinbau in Kaatschen, Foto: TMIL

Ökologischer Anbau

Rund 230 Hektar werden im Produktionsgartenbau nach ökologischer Anbauweise bewirtschaftet. Daneben gibt es zahlreiche Streuobstwiesen im ökologischen Anbau. Weitere Angaben zum ökologischen Landbau finden Sie hier: Ökolandbau

Flächennutzung ökologischer Produktionsgartenbau in ha
Quelle: TLS 2018, 2017 Baumobsterhebung, TLLLR (LVG Erfurt)

Kleingärten

Die Kleingartenfläche der im Landesverband organisierten Kleingartenvereine beträgt ca. 2.800 ha in mehr als 64.000 verpachteten Parzellen.

Kleingärten haben als Bestandteil von Grünstrukturen eine bedeutende städtebauliche Funktion für die Naherholung und zur Wohnumfeldverbesserung. Sie sind zudem Lebensräume für Pflanzen und Tiere und erfüllen wichtige soziale Funktionen.
 

Förderung von Erzeugerorganisationen

Gefördert werden ausschließlich Erzeugerorganisationen für Obst und Gemüse, die nach EU-Recht anerkannt sind. Grundlage für die Beihilfegewährung ist ein durch das Thüringer Landesamt für Landwirtschaft und Ländlichen Raum genehmigtes Operationelles Programm der jeweiligen Erzeugerorganisation.

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