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Straßennetz

Nach dem Bundesfernstraßengesetz und dem Thüringer Straßengesetz werden Straßen durch eine Widmung zu öffentlichen Straßen. Entsprechend der Verkehrsbedeutung erfolgt dabei eine Unterteilung in verschiedene Straßenklassen:

  • Bundesautobahnen
  • Bundesstraßen
  • Landesstraßen
  • Kreisstraßen
  • Gemeindestraßen
  • sonstige öffentliche Straßen

Das aktuelle Straßennetz des Freistaates Thüringens können Sie auf der Straßennetzkarte bzw. als Längenstatistik sehen.

Straßen sind entsprechend ihrer tatsächlichen Verkehrsbedeutung einzustufen. Ändert sich ihre Verkehrsbedeutung oder sind sie nicht in die richtige Straßenklasse eingeordnet, so sind sie entsprechend umzustufen. Dies betrifft insbesondere alle ehemaligen Bezirksstraßen der DDR, die mit Verabschiedung des Thüringer Straßengesetzes vorläufig zu Landesstraßen erklärt wurden. Bei ihnen besteht der gesetzliche Auftrag, ihre tatsächliche Verkehrsbedeutung zu prüfen und sie gegebenenfalls umzustufen.Hat eine öffentliche Straße keine Verkehrsbedeutung mehr, kann sie eingezogen werden. Nach der Einziehung steht sie dem öffentlichen Verkehr nicht mehr zur Verfügung.

Neben den Straßen für den (hauptsächlich) motorisierten Verkehr existiert häufig parallel dazu ein Radwegenetz an Bundes- und Landesstraßen sowie ein gesondertestouristisches Landesradwegenetz.

Wie sehen die Straßennetzlängen aus (BAB, Bundes-, Landesstraßen)?

  • BAB                 521 km
  • B-Straßen     1.513 km
  • L-Straßen     4.173 km (Stand 01.01.2019, ohne Astlängen)

Wo gibt es vierspurig ausgebaute Bundesstraßen im Freistaat?

Es gibt 63 km 4-streifige Bundesstraßen in Thüringen, davon liegen 54 km in der Baulast des Bundes und der Rest in Baulast der Kommunen. /Stand 91.01.2019)
Die längsten Streckenabschnitte befinden sich in Gera (B2 und B 92), in Jena (B 88), bei Erfurt (B 4 und B 7), und auf der ehemaligen A 4 bei Eisenach (B 19).

Was müssen die einzelnen Straßenbaulastträger konkret leisten?

Wer sind die Träger der Straßenbaulast?

Der Bund ist Träger der Straßenbaulast für die Bundesautobahnen und Bundesstraßen, wobei das Land diese Aufgabe für den Bund als Auftragsverwaltung wahrnimmt. Abweichend davon sind Gemeinden mit mehr als 80.000 Einwohnern Straßenbaulastträger für Ortsdurchfahrten von Bundesstraßen.

Das Land ist Träger der Straßenbaulast für Landesstraßen. Eine Ausnahme besteht bei Gemeinden mit mehr als 30.000 Einwohnern. Sie sind Straßenbaulastträger von Ortsdurchfahren von Landes- und Kreisstraßen.

Im Übrigen sind die Landkreise Träger der Straßenbaulast für Kreisstraßen und die Gemeinden für Gemeindestraßen.

 

Welche Aufgaben haben die Träger der Straßenbaulast wahrzunehmen?

Die Straßenbaulast umfasst alle mit dem Bau und der Unterhaltung der Straßen zusammenhängenden Aufgaben. Die Träger der Straßenbaulast haben nach ihrer Leistungsfähigkeit die Straßen zu bauen, zu unterhalten, zu erweitern oder sonst zu verbessern.

Bauen: Neu-, Um- und Ausbau, alle wesentlichen Veränderungen am Straßenkörper (z. B. Verschiebung der Trasse, Begradigung von Kurven, Trennung der Verkehrsarten durch Herstellung von Rad- oder Gehwegen…)

Unterhalten/Erhalten: alle Maßnahmen zur Fernhaltung (Instandhaltung) oder Beseitigung (Instandsetzung) der Abnutzungserscheinungen oder Schäden sowie zur Erhaltung der Straße (z. B. Aufbringung einer neuen Fahrbahndecke, Auswechseln von Leitplanken, Ausästen von Straßenbäumen)

Erweitern: flächenmäßige Vergrößerung einer fertiggestellten Anlage oder deren Ergänzung durch weitere Teile (z. B. Erhöhung der Kapazität einer Straße durch Anbau eines Fahrstreifens, Bau einer Lichtzeichenanlage…)

Verbessern: alle Maßnahmen zur Hebung der Funktion, der Beschaffenheit oder Leistungsfähigkeit einer Anlage (z. B. durch Verbreiterung eines Straßenzuges, Verlegung außerhalb der Ortschaften [Ortsumgehungen]…)

 

Wie sieht es mit der Erreichbarkeit von BAB-Anschlüssen aus?

Durch den Neubau der Autobahnen (A 38, A 71/73) wurde die Erreichbarkeit der bisher autobahnfern liegenden Orte deutlich verbessert, siehe Erreichbarkeitskarten, Vergleiche 1996 bis 2018.

Erreichbarkeit der Autobahnen in Thüringen 1996

Erreichbarkeit der Autobahnen in Thüringen 2015

Erreichbarkeit der Autobahnen in Thüringen 2018

Erreichbarkeit der Autobahnen in Thüringen 2030

Im Ergebnis kann ein Großteil der Thüringer heute in weniger als dreißig Minuten einen Autobahnanschluss erreichen. Für einige wenige Regionen liegt aufgrund ihrer geografischen Lage die Erreichbarkeitsschwelle bei bis zu 45 Minuten und mehr. Diese kann auch durch die bis 2030 im Rahmen des Bedarfsplans für die Bundesfernstraßen noch umzusetzenden Neu- und Ausbaumaßnahmen im Bundesstraßennetz nur geringfügig verbessert werden.

 

Was hat der Freistaat seit 1991 bis 2018 in das Thüringer Straßenverkehrswegenetz investiert?

Für Bundesfernstraßen: ca. 8 Milliarden Euro für Bau und Erhaltung. Zuzüglich ca. 902 Millionen Euro für Wartung und Unterhaltung.

Für Landesstraßen ca. 2 Milliarden Euro für Bau und Erhaltung. Zuzüglich ca. 987 Millionen Euro für Wartung und Unterhaltung.

Hinzu kommen ca. 1,38 Milliarden Euro Fördermittel für den kommunalen Straßenbau.

 

Wie viele Finanzmittel wurden für die Instandhaltung des Bundesfern- und Landesstraßennetzes in 2009 bis 2018 und (geplant) in 2019 in die Landeshaushalte eingestellt?

 

Nachstehend sind die IST-Ausgaben (2009-2018) bzw. geplanten Ausgaben (2019) benannt:

Planungsmittel für Bundes- und Landesstraßen; Entwurfsbearbeitung, Bauaufsicht, DEGES:

  • 2009: 41,3 Mio. €
  • 2010: 43,7 Mio. €
  • 2011: 34,5 Mio. €
  • 2012: 27,0 Mio. €
  • 2013: 25,6 Mio. €
  • 2014: 25,8 Mio. €
  • 2015: 22,6 Mio. €
  • 2016: 25,4 Mio. €
  • 2017: 28,4 Mio. €
  • 2018: 25,3 Mio. €
  • 2019 geplant: 31,9 Mio. €

Landesstraßenbaumittel:
Landesstraßen (Instandsetzung, Unterhaltung, Erhaltung, Um-, Aus- und Neubau ):

  • 2009: 140,0 Mio. € davon 20,3 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2010: 119,4 Mio. € davon 17,6 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2011: 116,6 Mio. € davon 23,9 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2012:   99,6 Mio. € davon 20,6 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2013: 116,8 Mio. € davon 23,9 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2014: 128,5 Mio. € davon 17,5 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2015:  97,34 Mio. € davon 5,4 Mio. € EFRE-Mittel
  • 2016: 103,4 Mio. €
  • 2017: 110,2 Mio. €
  • 2018: 113,8 Mio. €
  • 2019 geplant: 106,3 Mio. €

Bundesstraßenbaumittel:
Bundesstraßen (Instandsetzung, Unterhaltung, Erhaltung, Um-, Aus- und Neubau)

  • 2009: 450,5 Mio. €
  • 2010: 352,3 Mio. €
  • 2011: 326,0 Mio. € 
  • 2012: 271,5 Mio. €
  • 2013: 292,8 Mio. €
  • 2014: 222,1 Mio. €
  • 2015 geplant: 188,7 Mio. €

 

Wer ist für den Winterdienst zuständig?

Außerorts ist der jeweilige Baulastträger für den Winterdienst zuständig. Innerorts sind die Gemeinden für alle öffentlichen Straßen zuständig, also auch für Bundes-, Landes- und Kreisstraßen. Auf Gehwegen kann diese Verpflichtung per Satzung ganz oder teilweise den Eigentümern oder Besitzern der durch öffentliche Straßen erschlossenen Grundstücke auferlegt werden. Möglich ist auch, dass diese zu den entsprechenden Kosten heran-gezogen werden.


In welchem Umfang muss der Winterdienst erfolgen?

Eine allgemeine Räum- und Streupflicht besteht nicht. Insoweit handelt es sich bei dem von den Straßenbaulastträgern erbrachten Winterdienst zu einem großen Teil um freiwillige Leistungen im Interesse der Mobilität der einzelnen Verkehrsteilnehmer sowie der Funktionsfähigkeit der Gesamtwirtschaft. Aus der Rechtsprechung zur Verkehrssicherungspflicht lassen sich zum Umfang der Winterdienstpflicht folgende Grundsätze ableiten:

Innerhalb der geschlossenen Ortslagen besteht die Winterdienstpflicht für Fahrbahnen nur an Stellen, die verkehrswichtig und gleichzeitig auch gefährlich sind.

Bei öffentlichen Straßen außerhalb der geschlossenen Ortslagen müssen nur die für den Kraftfahrzeugverkehr besonders gefährlichen Stellen gestreut werden.

 

Zu welchen Zeiten erfolgt der Winterdienst?

Die Betreuung der Bundes- und Landesstraßen erfolgt bundesweit im Wesentlichen einheitlich und richtet sich nach ihrer Verkehrsbedeutung. Die höchste Stufe umfasst die Bundesautobahnen sowie andere Streckenabschnitte, die im Zusammenhang mit dem Autobahnnetz eine herausragende Verkehrsbedeutung haben. Nur diese Bundes- und Landesstraßen werden täglich 24 Stunden im Winterdienst betreut.

Alle anderen für den überörtlichen Verkehr wichtigen Straßen werden im Zeitraum von 06:00 bis 22:00 Uhr betreut. Damit die Straßen tatsächlich bereits ab 06:00 Uhr befahrbar sind, beginnt der Winterdienst bei Bedarf früher.

 

Wie viele Straßenbrücken und wie viele Tunnel gibt es Ende 2014 in Thüringen?

In Thüringen gibt es:                                                                                                                           

  •    822 Brücken im Zuge von Bundesautobahnen
  •    727 Brücken im Bundesstraßennetz
  • 1.175 Brücken im Landesstraßennetz

hinzu kommen:                                                                                                                                                                      

  • 46,7 Kilometer Tunnelröhren
  • 86,8 Kilometer Stützwände
  • 549  Stück Verkehrszeichenbrücken
  • 64,0 Kilometer Lärmschutzwände

 

Rundschreiben

Allgemeines Rundschreiben Straßenbau Nr.01/2014

Rundschreibenverzeichnis StB 2014

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